Carole Alston - gesang
Ralph Reichert - tenorsaxophon
Fritz Pauer - piano
Hannes Strasser - bass
Joris Dudli - schlagzeug
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Fritz Pauer
Fritz Pauer wurde am 14. Oktober 1943 als Sohn von Friedrich und Helene Pauer in Wien geboren. Seit seinem 5. Lebensjahr hatte er Klavierunterricht. Sein kreativer Vater – dieser malte, schrieb Gedichte und stellte selbstentworfene Teppiche her – brachte ihn mit dem Jazz in Berührung. Als Einflüsse auf sein Spiel, das von Kritikern häufig in die Nähe von Bill Evans, aber auch von Wynton Kelly gerückt wurde und wird, nennt Pauer neben Thelonious Monk und Bud Powell vor allem Joe Zawinul und Friedrich Gulda: ”Mich hat zunächst Joe Zawinul beeinflusst, den ich damals im Radio gehört habe. Mich haben sein Klavierklang, seine Kreativität und seine Art zu spielen besonders fasziniert.”
Ein einschneidendes Erlebnis verdankte er aber auch einem, der nicht unbedingt mit ihm assoziiert wird: Oscar Peterson. In einem ORF-Radiointerview vor ein paar Jahren sagte er jedenfalls: ”Außerdem kann ich mich noch daran erinnern, dass ich als Kind einmal im Fernsehen eine Live-Übertragung mit dem Oscar Peterson Trio gesehen habe, noch mit Herb Ellis und Ray Brown, und das am Bildschirm zu sehen, hat mich total umgehauen”.
Nach einer ”Audition” bei Fatty George nahm ihn dieser in seine Band auf. Eines seiner ersten Engagements bekam Fritz Pauer in der ”Ted Evans Band”. Hinter diesem Pseudonym verbarg sich das Quintet des Klarinettisten und Saxophonisten Teddy Ehrenreich, das damals vom 1.5. bis zum 31.5. 1962 in der Casanova-Bar spielte.
Seine erste Plattenaufnahme machte er mit Hans Koller im Dezember 1962 und die Begegnung mit dem Übervater des österreichischen Jazz war wohl für seine Zukunft die wegweisendste – künstlerisch wie menschlich: ”Die Begegnung mit Hans Koller [...] war ein großer Gewinn für mich, ich möchte fast sagen: Wäre ich ihm nicht begegnet, wäre ich nie Jazzmusiker geworden”.
Der Schlagzeuger Joe Nay holte Fritz Pauer 1964 nach Berlin, wo dieser dann bis 1968 blieb. Dort spielte er zum ersten Mal mit dem Trompeter Art Farmer und auch mit Leo Wright und Carmell Jones. Sein musikalisches Betätigungsfeld war inzwischen sehr vielfältig geworden. In Berlin begann Pauer für den Rundfunk freie Tätigkeiten als Arrangeur und Komponist zu übernehmen, schrieb Theatermusik und war Mitbegründer des Freejazzensembles ”The Citizens”. Beim Musikwettbewerb ”International Competition for Modern Jazz, Vienna” gewann der damals Dreiundzwanzigjährige den ersten Preis als bester Jazzpianist. Bei dieser Gelegenheit traf er auch zum ersten Mal auf eines seiner größten Vorbilder, Joe Zawinul.
Fritz Pauer wirkte bei unzähligen Konzerten als Solopianist mit, aber auch als Partner von internationalen Jazzgrößen wie Bob Brookmeyer, Ray Brown, Don Byas, Jay Clayton, Art Farmer, Benny Golson, Dexter Gordon, Johnny Griffin, Carmell Jones, Sheila Jordan, Dave Liebman, Charlie Mariano, Don Menza, Niels Henning Oersted-Pedersen, Barre Phillips, Pony Poindexter, Annie Ross, Leo Wright etc..
Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt Wien 1968 war Fritz Pauer als Pianist, Komponist und Arrangeur für die ORF Bigband und das Erich Kleinschuster Sextett tätig. Hier bildete er auch das bekannte Fritz Pauer Trio, schrieb Ballettmusik für das Jeunesseballett Wien, und war Klavierlehrer an der Jazzabteilung des Konservatoriums der Stadt Wien. Einige seiner damaligen Schüler, wie z. B. Roland Batik, Agnes Heginger, Simone Kopmajer und Matthias Rüegg, sind heute namhafte Persönlichkeiten der Jazzszene.
Anlässlich des 50.Geburtstages des ORF komponierte er das ”ORF Concerto”. Kein geringerer als der Komponist Ernst Krenek beglückwünschte Fritz Pauer zu dieser gelungenen Aufführung.
Nach der Auflösung der ORF Big Band war er von 1982-1984 Leiter der Swiss Jazzschool in Bern. Es folgten Reisen in das Amazonasgebiet Perus. Die dadurch entstandenen Impressionen und Erinnerungen drückten sich in nachfolgenden Kompositionen und Schallplatteneinspielungen aus. Nach einem Zeitraum als freischaffender Musiker bis 1998 ist Fritz Pauer noch heute Lehrer des Korrepetitionsfaches der Jazzgesangsklasse in der Jazzabteilung der Kunstuniversität Graz.
Der amerikanische Pianist Horace Parlan zählt Fritz Pauer zu den ”drei beeindruckendsten europäischen Pianisten” und Mal Waldron widmete ihm im Jahre 1986, die Komposition ”Blues For F. P.”.
Anlässlich eines Konzertes im Wiener Konzerthaus erhielt Fritz Pauer am 22. Mai 2003 – im Jahr seines 60. Geburtstages – das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich. Die Begründung lautete wie folgt: ”Österreich ehrt mit Pauer einen der wichtigsten Vertreter des Österreichischen Jazz und gleichzeitig einen der bedeutendsten Lehrer des Faches Jazz-Klavier, das er seit 1968 am Konservatorium Wien und seit 1989 an der Kunstuniversität Graz unterrichtet.”
Angesichts solcher Schaffenskraft und unerschöpflichen Ideenreichtums darf man auf viele weitere Konzerte und Veröffentlichungen gespannt sein.
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